Wu Man

Als weltweit bekannteste und führende Botschafterin der traditionellen chinesischen Musik hat die »Grammy«-nominierte Künstlerin Wu Man eine Karriere als Solistin und Komponistin gemacht, indem sie ihrem Instrument, der Pipa – welches in der chinesischen Kultur eine mehr als 2000 Jahre alte Geschichte hat – eine neue Bedeutung in sowohl der traditionellen als auch in der Neuen Musik gab. Bei zahlreichen Konzerttourneen hat Wu Man hunderte neuer Werke für das Lauten-ähnliche Instrument uraufgeführt, während einführende Multimedia-Projekte ein Bewusstsein für Chinas Musikerbe erhalten und schaffen sollen. Ihr abenteuerlustiges Wesen und ihre Virtuosität haben zu Zusammenarbeiten zwischen verschiedenen künstlerischen Disziplinen geführt. Dies hat Wu Man die Chance geboten, ein breiteres Publikum zu erreichen und musikalische und kulturelle Grenzen zu durchbrechen. Ihr Engagement wurde honoriert, als sie 2013 »Musical America’s Instrumentalist of the Year« wurde: das erste Mal, dass dieser prestigeträchtige Preis an einen Instrumentalisten eines nicht-westlichen Instruments ging.

An der Pudong-Schule für Pipa-Spieler ausgebildet und als 13-Jährige dann als jüngste Studentin am Central Conservatory of Music in Peking aufgenommen, ist sie nun sowohl die herausragende Vertreterin des traditionellen Repertoires für Pipa als auch führende Interpretin zeitgenössischer Werke von Komponisten wie Tan Dun, Philip Glass, Lou Harrison, Terry Riley, Bright Sheng, Chen Yi und vielen anderen. Ihre erste Begegnung mit westlicher klassischer Musik ereignete sich 1979, als Seiji Ozawa und das Boston Symphony Orchestra in Peking auftraten. 1998 erhielt sie das »Bunting« -Stipendium der Harvard Universität und war 2008 die erste chinesische Musikerin, die das »The United States Artist«-Stipendium erhielt. Darüber hinaus war sie die erste chinesische Künstlerin, die im Weißen Haus auftreten durfte.

Wu Man war zu Gast bei den Cal Performances in Berkley, wo sie mit dem Kronos Quartet spielte und auch ein Solo-Recital gab. Auch für die Feier zum 40-jährigen Bestehen des Kronos Quartet stand sie gemeinsam mit dem Ensemble auf der Bühne der Carnegie Hall, wo sie die New-York-Premiere von »Orion: China« spielte, einem Werk von Philip Glass, das sie gemeinsam mit dem Komponisten spielte. Im Juni vergangenen Jahres gab sie ein Solo-Recital in der Wigmore Hall, London.

Sie spielte als Solistin mit vielen der wichtigen Orchester der Welt wie dem Boston Symphony Orchestra, Chicago Symphony Orchestra, Los Angeles Philharmonic, NDR Sinfonieorchester, New York Philharmonic, Seattle Symphony Orchestra und dem Stuttgarter Kammerorchester. Ihre Tourneen brachten sie in die bedeutendsten Konzertsäle, u. a. in die Carnegie Hall, das Royal Concertgebouw Amsterdam, die Great Hall in Moskau, das Kennedy und Lincoln Center, die Opéra Bastille sowie die Royal Albert und Royal Festival  Halls in London. Ebenso war sie zu Gast auf beinahe allen großen und wichtigen Musikfestivals und hat mit bedeutenden Dirigenten zusammengearbeitet.

Wu Mans Diskografie umfasst mehr als 40 Alben, darunter »Traditions and Transformations: Sounds of Silk Road Chicago«, auf dem ihre »Grammy«-nominierte Einspielung von Lou Harrisons Pipa Concerto mit dem Chicago Symphony Orchestra zu finden ist. Im Mai 2012 veröffentlichte Wu Man ihre 2013 beim »Independent Music Award« nominierte CD / DVD »Borderlands«, die letzte Fortsetzungsfolge der 10- teiligen ethnografischen Reihe »Music of Central Asia«, die die spannende Geschichte der Pipa in China beleuchtet. Wu Man hat für viele Labels aufgenommen, darunter Aufnahmen von Tan Duns »Ghost Opera« und Terry Rileys »The Cusp of Magic« mit dem Kronos Quartet für Nonesuch, eine Soloaufnahme, »Wu Man – Pipa From a Distance« für »Naxos«, und zwei Aufnahmen mit dem Silk Road Ensemble und Yo-Yo Ma für Sony Classical.