Hansjörg Albrecht

Albrecht gilt als musikalischer Grenzgänger und Querdenker ohne Berührungsängste. Als Dirigent geht er konsequent eigene Wege – zwischen Barock und Heute, zwischen Archiv und Neuschöpfung – und mit seinen Orgeltranskriptionen etablierte er sich unter den internationalen Virtuosen seines Instruments. Hansjörg Albrecht ist Künstlerischer Leiter des Münchener Bach-Chors und -Orchesters (gegründet von Karl Richter). Ausgehend von einem universellen Denken und Arbeiten als Dirigent und Konzertorganist – mit einem Repertoire von Bach und Mozart über Wagner und Mahler bis hin zu Messiaen – führen Hansjörg Albrecht regelmäßig Konzerte und Projekte als Orgelsolist in die großen Konzerthäuser und Kathedralen Europas und Russlands sowie nach Japan und in die USA.

So gab er Konzerte und Solo-Recitals u. a. in der New Yorker Carnegie Hall und St. Thomas Church, Londoner Westminster Cathedral, Pariser Saint-Eustache, Tokio Opera City Concert Hall, Yokohama Minato Mirai Hall, Izumi Hall in Osaka, im Auditorio Nacional de Música in Madrid, Auditorio de Tenerife, in der Baltischen Philharmonie in Danzig, Kathedrale Notre-Dame-Immaculée von Monte-Carlo, Prager Dvořák Hall, im Brucknerhaus Linz, in der Philharmonie sowie im Konzerthaus von Berlin, in der Kölner Philharmonie, Münchner Philharmonie im Gasteig, im Gewandhaus Leipzig, in der Temppeliaukio-Kircheund im Opernhaus von Helsinki, im KKL Luzern, in der Moskauer Tchaikovsky Concert Hall, im Müpa Budapest sowie bei vielen internationalen Festivals. Dabei spielte er beispielsweise mit Orchestern wie dem Israel Philharmonic Orchestra, Orchester der Los Angeles Opera, Orchestre de la Suisse Romande, Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia, der Camerata Salzburg, Tschechischen Philharmonie, Kremerata Baltica und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.

Albrecht initiierte und dirigierte verschiedene Konzertprojekte, bei denen der Orgel ein besonderer Stellenwert eingeräumt wurde. So dirigierte er beispielsweise die deutsche Erstaufführung des Konzerts für Orgel und Orchester von Thierry Escaich und spielte beim Festival »Prager Frühling« die tschechische Erstaufführung des Konzertes für Orgel und Streicher von Naji Hakim. Ein besonderer Höhepunkt war zudem ein gemeinsames Konzert mit Jean Guillou als Solist und der Orgelsinfonie von Camille Saint-Saëns.

Hansjörg Albrecht wurde in Freiberg geboren, begann seine musikalische Ausbildung als Mitglied des Dresdner Kreuzchors und studierte Dirigieren und Orgel in Hamburg, Lyon und Köln. Später arbeitete er mehrere Jahre als Assistent, Organist und Cembalist eng mit dem Sänger und Dirigenten Peter Schreier zusammen. Auch wenn sich Hansjörg Albrecht vor allem als Bach-Spezialist einen Namen gemacht hat, zeugt seine Konzerttätigkeit von großer Vielfalt mit Vorliebe für ausgefallene musikalische Querverbindungen. Sein Interesse an Neuer Musik dokumentiert sich in Ur- und Erstaufführungen zahlreicher Werken etwa von Thierry Escaich, Naji Hakim, Enjott Schneider, Philipp Maintz, Xiaogang Ye und Rodion Schtschedrin.

Als Dirigent verbindet ihn neben seiner Tätigkeit als Künstlerischer Leiter des Münchener Bach-Chors und -Orchesters eine regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor Hamburgsowie dem Teatro di San Carlo in Neapel. Er dirigiert u. a. in Musikzentren wie München, Hamburg, Berlin, Dresden, Baden-Baden, Salzburg, Zürich, Rom, Turin, Neapel, Brüssel, Warschau, Prag, St. Petersburg, Moskau, Tokio und Osaka. Mit dem Ensemble der Oper Neapel führte ihn im September 2017 u. a. eine Gastproduktion von Mozarts »Don Giovanni« an die Dubai Opera. Darüber hinaus dirigierte er im November 2017 die Jubiläumsproduktion von Giorgio Strehlers berühmter Inszenierung von Mozarts »Die Entführung aus dem Serail« am Teatro di San Carlo – in Nachfolge der gleichen Produktion an der Mailänder Scala unter Maestro Zubin Mehta.

Seit 2006 verbindet Hansjörg Albrecht ein Vertrag mit dem Label OehmsClassics, bei dem er als Dirigent und Organist bisher über 20 vielbeachtete CDs vorlegte. 2016 erschien die von den Medien hochgelobte Gesamteinspielung der Orchesterlieder des Spätromantikers Walter Braunfels sowie 2017 die Live-Einspielung von Richard Wagners »Der Ring ohne Worte« in der Orchesterfassung von Lorin Maazel, die für den »Preis der Deutschen Schallplattenkritik« nominiert wurde. Seine Einspielungen von spektakulären Orgeltranskriptionen (Vivaldi, Bach, Händel, Wagner, Mussorgsky, Rachmaninow, Strawinsky, Poulenc und Holst) ernteten weltweit auf dem Klassikmarkt große Resonanz. Seine Einspielung von Poulencs Orgelkonzert in der Doppelfunktion als Dirigent und Organist sei den Referenzaufnahmen von Charles Dutoit, Georges Prêtre und Christoph Eschenbach ebenbürtig, lobten amerikanische Kritiker. Seine Orgeltranskriptions-Aufnahme der »Vier Jahreszeiten« von Antonio Vivaldi wurde für den »Preis der Deutschen Schallplattenkritik« und seine Aufnahme der »Planeten« von Gustav Holst wurde 2013 für den »Grammy Award« in der Kategorie »Best Classical Instrumental Solo« nominiert.