Nelson Freire

Geboren in Brasilien, begann Nelson Freire im Alter von drei Jahren mit dem Klavierunterricht bei Nise Obino und Lucia Branco. Als Fünfjähriger trat er erstmals öffentlich mit Mozarts Klaviersonate »Alla Turca« auf. 1957, nach dem Gewinn der »Rio de Janeiro International Piano Competition«, setzte er sein Studium in Wien bei Bruno Seidlhofer fort, dem Lehrer Friedrich Guldas. 1959 startete seine internationale Karriere und machte ihn in Europa, den USA, Mittel- und Südamerika, Japan und Israel bekannt.

Freire hat in seiner Laufbahn mit großen Dirigenten wie Pierre Boulez, Riccardo Chailly, Myung-Whun Chung, Charles Dutoit, Rafael Frühbeck de Burgos, Valery Gergiev, Eugen Jochum, Fabio Luisi, Lorin Maazel, Kurt Masur, Rudolf Kempe, Seiji Ozawa, André Previn und Yuri Temirkanov gearbeitet. Er spielte dabei mit Klangkörpern wie den Berliner Philharmonikern, dem Royal Concertgebouw Orchestra, Orchester des Mariinsky-Theaters St. Petersburg, London Symphony Orchestra, Orchestre de Paris, Los Angeles Philharmonic und New York Philharmonic. Mit Martha Argerich war er auf Konzerttourneen in Japan, Brasilien, Argentinien und den USA unterwegs.

Nelson Freire hat Aufnahmen bei zahlreichen Labels veröffentlicht. Bei Philips erschienen Einspielungen in der Reihe »Great Pianists of the 20th Century« und eine Einspielung von Chopins 24 Préludes für CBS wurde mit dem »Edison Award« ausgezeichnet. Als Decca Artist nahm er Chopin, Schumann und Brahms-Konzerte mit dem Gewandhausorchester Leipzig unter Riccardo Chailly auf, Werke von Beethoven, Debussy, Chopin und Liszt sowie die CD »Brazileiro« live aus Salzburg mit Martha Argerich. Er wurde für seine Aufnahmen mit dem »Diapason d’Or«, »Grand Prix de l’Académie Charles Cros«, »Choc du Monde de la Musique«, »ECHO Klassik« und »Grammy« geehrt. Über ihn erschien das Filmporträt »Nelson Freire« (Brazil). Nelson Freire war als »Solist des Jahres 2002« bei den französischen »Victoires de la Musique« nominiert und erhielt 2005 einen »Honours Award« für sein Lebenswerk. Zuletzt erschien im September 2017 eine Werken von Brahms gewidmete CD.