Carlus Padrissa, La Fura dels Baus

Carlus Padrissa ist einer der sechs Künstlerischen Leiter der innovativen spanischen Theaterkompanie La Fura dels Baus, gegründet 1979. Padrissa war die treibende Kraft hinter der Teilnahme der Gruppe an der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele 1992 in Barcelona, ​​die er und Àlex Ollé in Zusammenarbeit mit Hansel Cereza, Jordi Arús, Miquel Badosa und Pera Tantiñá inszenierten. Padrissas erste Operarbeiten und Kollaborationen mit Àlex Ollé und dem bildenden Künstler Jaume Plensa begannen mit Fallas »La Atlántida« (1996) und Debussys »Le martyre de Saint Sébastien« (1997). Es folgten »La damnation de Faust« (»Salzburger Festspiele«), »Die Zauberflöte« (»Ruhrtriennale«) sowie Bartóks »Herzog Blaubarts Burg« und Janáčeks Liederzyklus »Tagebuch einer vermissten Person« (Pariser Oper und Gran Teatre del Liceu). Eines der ehrgeizigsten Projekte von La Fura war der Umbau des 60 Meter langen und 1.100 Tonnen schweren Lastkahns Naumon in ein modernes schwimmendes Leistungszentrum, das mehr als 40.000 Meilen vom Atlantik über das Mittelmeer bis ins Chinesische Meer zurückgelegt hat. Padrissa führte auch Regie bei »Turandot« (2011) an der Bayerischen Staatsoper, Stockhausens »Michaels Reise um die Erde« in der österreichischen Premiere und auf einer internationalen Tournee mit dem Lincoln Center, »Tannhäuser« (2010) an der Mailänder Scala, »Parsifal« (2013) an der Oper Köln, »Elektra« (2014) in Schweden, »Terra Nova« (2016) in Österreich, »Karl V« (2019) in Deutschland und viele andere.

La Fura dels Baus steht für Exzentrizität, Innovation, Anpassung, Rhythmus, Evolution und Grenzüberschreitung. Diese einzigartigen Eigenschaften haben dazu geführt, dass die Kompanie Pionierarbeit bei der Neukonzeption von zwei der wichtigsten Aspekte der Theaterkunst geleistet hat: des Raums und des Publikums. Der Raum wurde durch Investitionen in unkonventionelle Orte neu definiert und das traditionell passive Publikum wurde aktiv, die »vierte Wand« wurde abgeschafft. Die unstillbare Neugier des Ensembles und die Notwendigkeit, neue künstlerische Wege zu erkunden, haben es La Fura ermöglicht, durch einen Prozess der kollektiven Kreation eine einzigartige Sprache, einen einzigartigen Stil und eine einzigartige Ästhetik zu schaffen. Diese »Furero-Sprache« blühte in verschiedenen künstlerischen Genres wie Oper, Kino und bei Großveranstaltungen auf.